Bürgerbusse sind in Baden-Württemberg stark auf dem Vormarsch, ihre Zahl hat sich seit 2014 verdreifacht. Um dies auch nach außen sichtbar zu machen, veranstaltete das Land auf Anregung des Bürgerbus-Landesverbands zum ersten Mal einen „Bürgerbus-Landestag“. Auch eine Delegation des Plankstadter Bürgerbusvereins nahm daran teil. Eppingen mit der derzeit stattfindenden Gartenschau war dabei ein perfekt gewählter Ort. Auf dem malerischen Marktplatz reihte sich eine beeindruckende Zahl von Bürgerbussen aneinander, rund 250 Teilnehmer zeigten die starke Resonanz auf die Einladung.

In seinem Grußwort bezeichnete der Eppinger Oberbürgermeister Bürgerbusse als eine „Demonstration des Ehrenamtes“ und dankte allen für ihren „Einsatz für die Gesellschaft“.

Als Vertreterin der Landesregierung war aus dem Verkehrsministerium Staatssekretärin Elke Zimmer gekommen. Der Bürgerbus-Tag solle zum einen dem wichtigen Austausch untereinander dienen und zum anderen den Dank der Regierung zum Ausdruck bringen. Zimmer bezeichnete den Einsatz der Ehrenamtlichen als „unverzichtbar und unbezahlbar“. Sie sprach auch finanzielle Aspekte an und kündigte ein weiteres Stützungspaket für den ÖPNV an, von dem auch die Bürgerbusse profitieren sollen. Das ungünstige Zusammentreffen von hohen Treibstoffkosten einerseits und sinkenden Einnahmen andererseits soll so abgefedert werden. Auch für Fahrgäste mit dem 9-Euro-Ticket soll ein Ausgleich kommen.

Nach dem offiziellen Teil war viel Raum für den Austausch unter den Vereinen, die aus dem ganzen Land angereist waren. Unterschiede bei den Fahrzeugen und den Betriebskonzepten wurden diskutiert. Längst nicht alle Linien verkehren täglich nach festem Fahrplan wie in Plankstadt. Die Bandbreite umfasst Verkehre nur an einigen Wochentagen und auch reine Rufbusse. Unterschiede gibt es auch bei der Anzahl der zur Verfügung stehenden Fahrer:innen. Hier zeigte sich, dass Orte mit vergleichbarer Einwohnerzahl teilweise deutlich mehr Personal zur Verfügung haben.

Zur Abrundung des informativen Tages gab es am Nachmittag eine Führung durch die Gartenschau. Das zentral gelegene und wunderschön gestaltete Gelände fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und wertet die sehenswerte Stadt auch nach Ende der Schau weiter auf.

Nach dem Gang über das Gartenschaugelände an einem sehr warmen Sonntag:
(v.l.n.r.) Rolf Hamm, Sigrid Schüller, Gerhard Wacker, Andreas Kistner, Uwe Hornung und Gaby Wacker (Foto: Hornung)

Gaby Wacker

 

Weitere Fotos und einen Bericht des Bürgerbusvereins Eppingen finden Sie hier:

https://bürgerbus-eppingen.de/index.php/211-11-13-06-2021-sternfahrt-der-buergerbusse?fbclid=IwAR1XIdy80FvewWyGRLHXHUoiCrsqtKuL4vNTHy2GwWiGkwyFlQInCOeo1lw

 

Waltraut Wettstein staunte nicht schlecht, als sie beim Ausstieg aus dem Bürgerbus am Rathaus auf ein stattliches Empfangskomitee traf. Dieses war aber aus gutem Grund gekommen: Es galt, den 75.000 Fahrgast zu begrüßen, und das war just Waltraut Wettstein.

In etwas mehr als sechs Jahren wurde diese beeindruckende Zahl erreicht und das erfüllt die Aktiven mit Stolz. Der Bürgerbus ist aus der Gemeinde schlicht nicht mehr wegzudenken. Er ermöglicht den Menschen Mobilität, wobei er zwar sehr viel von älteren Bürgerinnen und Bürgern genutzt wird, aber durchaus auch von Berufstätigen als Zubringer zum ÖPNV Richtung Schwetzingen und Heidelberg sowie ins Gewerbegebiet.

Waltraut Wettstein erhält als 75.000 Fahrgast einen Blumenstrauß 
v.l.n.r.: Sigrid Schüller, Götz Junk, Waltraut Wettstein, Heiner Wolf mit Enkel, Rolf Hamm (neuer 1. Vorsitzender), Willi Lieske (Geschäftsführer) und Werner Wohlfahrt

Die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer sind das Herzstück des Ganzen und haben Freude daran, dieses sinnvolle und wertgeschätzte Angebot zu machen. Der Verein ist in den sieben Jahren seines Bestehens stetig gewachsen. Die passiven Mitglieder sind ein wichtiges Element und eine unverzichtbare Unterstützung des Bürgerbusvereins. Das Gleiche gilt für alle Sponsoren sowie alle Spenderinnen und Spender, denen der Verein sehr zu Dank verpflichtet ist.

Derzeit laufen Bemühungen, das Fahrer-Team zu verstärken. Es gibt immer wieder krankheitsbedingte Ausfälle, die es aufzufangen gilt und auch die Urlaubszeit macht sich deutlich bemerkbar. Hier wären weitere Kräfte hilfreich, um die Belastung für die vorhandenen Fahrerinnen und Fahrer zu reduzieren. Der zeitliche Umfang des Engagements ist selbstverständlich frei wählbar und lässt sich sehr flexibel handhaben. Das Team freut sich auf Verstärkung, um gemeinsam die „100.000“ ins Visier zu nehmen.

Text und Foto: Gaby Wacker